Der Zeitgeist will kein Temposünder mehr sein
von Susanne Lost
Das 1. Jahrzehnt des 3. Jahrtausends wird wohl kaum jemand als bedächtig empfunden haben – zu rasant waren die technischen und auch die gesellschaftlichen Entwicklungen, denen wir uns permanent stellen müssen. Zu umwälzend sind die Möglichkeiten, die das Internet uns eröffnet – vom Skypen über Spielen bis hin zum „Socialn“ – das ist das neue Wort für das Tummeln in sozialen Netzwerken im World Wide Web, von facebook über xing bis zu Communities wie DaWanda.de oder chefkoch.de. Wunderbar, was man durch Googeln und Surfen entdecken kann, erschreckend, wie viel Zeit es uns raubt. Wir sind permanent gefordert, uns neuen Entwicklungen zu stellen. Unsere Welt wandelt sich in ihren Grundfesten – die Antwort ist für viele eine Mode und ein Lifestyle von unaufgeregter Kontinuität, wie Jeroen van Rooijen vom DMI konstatiert. Doch was heißt das überhaupt? Ist das nur Innehalten? Oder ist das Innehalten inmitten der Eile schon Rückschritt, die Rückkehr zu konservativen Wertvorstellungen? Gustav Seibt schreibt im Magazin der Süddeutschen Zeitung: „Das Konservative verlässt seine Manufactum-Phase und wird zu einem Reaktionsmuster.“ Der Publizist sieht darin etliche Gefahren, die unserer vielfältigen Gesellschaft nicht gut tun: Angst vor dem (und den) Fremden, vor den Alten, um die Kinder, um die Erde. Und als Reaktion darauf: Abgrenzung und Rückzug ins Private, Skepsis gegenüber Neuem, Sinnsuche in „guten alten Dingen“ wie der kernledernen Manufactum-Aktentasche, in Nachhaltigkeit und neuer Genügsamkeit. Die Wahrheit – wir spüren es eigentlich schon selbst, liegt wieder zwischen den Extremen. Und so meint auch van Rooijen, mit der permanenten Erneuerung sei jetzt wohl Schluss, vielmehr „sehen wir uns genötigt, mit nur zwei Beinen einen Spagat in drei Richtungen zu machen:
1. sich selbst treu zu bleiben und seine Kernwerte zu definieren,
2. den unternehmerischen Erfolg mit langfristigen Strategien gegen immer häufiger auftretende kurzfristige Erschütterungen abzusichern und
3. doch stets wieder auch Neues und Unerwartetes zu wagen, um die Aufmerksamkeit hoch zu halten.
Fazit: Ideen sind wichtiger als Image, Marken sind mehr als Produkte, Kreativität ist Kapital, Aufmerksamkeit in unternehmerischen und kommunikativen Dingen gilt es zu bewirtschaften, wenn man Erfolg haben will.
Was brauchen die Kundinnen und Kunden?
Ihre Schränke sind voll, sie sind wählerisch und wollen verführt werden. Mode muss die Konsumenten vom Hocker reißen – je nach Positionierung des Geschäftes durch Essentials und Key Elements, aber auch durch außergewöhnliche Stücke, mit denen eine vorhandene Garderobe aufblühen kann.
- Kompromisslos gute Qualität versteht sich von selbst.
- Eine neue Klassik kommt – elegant und perfekt. Sie wird die allgegenwärtige Casualwear etwas korrigieren und spannende Brüche erzeugen. Coordinates haben wieder eine Zukunft.
- Der neue Look ist aufgeräumt. Nicht mehr das um jeden Preis Saloppe und Beiläufige punktet, sondern die gekonnte Komposition eines Modebildes.
- Wer sich der Perfektion des reduzierten Outfits verweigern will, kann sich immer noch als Freak inszenieren: hippielike, rau, vollkommen unvollkommen, ein bisschen verkommen.
1. sich selbst treu zu bleiben und seine Kernwerte zu definieren,
2. den unternehmerischen Erfolg mit langfristigen Strategien gegen immer häufiger auftretende kurzfristige Erschütterungen abzusichern und
3. doch stets wieder auch Neues und Unerwartetes zu wagen, um die Aufmerksamkeit hoch zu halten.
Fazit: Ideen sind wichtiger als Image, Marken sind mehr als Produkte, Kreativität ist Kapital, Aufmerksamkeit in unternehmerischen und kommunikativen Dingen gilt es zu bewirtschaften, wenn man Erfolg haben will.
Was brauchen die Kundinnen und Kunden?
Ihre Schränke sind voll, sie sind wählerisch und wollen verführt werden. Mode muss die Konsumenten vom Hocker reißen – je nach Positionierung des Geschäftes durch Essentials und Key Elements, aber auch durch außergewöhnliche Stücke, mit denen eine vorhandene Garderobe aufblühen kann.
- Kompromisslos gute Qualität versteht sich von selbst.
- Eine neue Klassik kommt – elegant und perfekt. Sie wird die allgegenwärtige Casualwear etwas korrigieren und spannende Brüche erzeugen. Coordinates haben wieder eine Zukunft.
- Der neue Look ist aufgeräumt. Nicht mehr das um jeden Preis Saloppe und Beiläufige punktet, sondern die gekonnte Komposition eines Modebildes.
- Wer sich der Perfektion des reduzierten Outfits verweigern will, kann sich immer noch als Freak inszenieren: hippielike, rau, vollkommen unvollkommen, ein bisschen verkommen.
