Demografischer Wandel - radikale Innovation statt geordnetem Rückbau

Die Bevölkerungsentwicklung einer Region hat einen großen Einfluss auf den Modehandel. Zuzüge, Wegzüge, die Alterung der Gesellschaft, die Veränderung von Handels- und Verkehrswegen, von Arbeitsmöglichkeiten – all das wirkt sich direkt oder indirekt auch auf alle aus, die mit Mode zu tun haben. Dabei geht es nicht nur um die Verschiebung oder den Verlust von Bevölkerungsanteilen, sondern vor allem um Chancen, die diese Veränderungen bieten. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat im Auftrag des Ministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ein Gutachten für den Umgang mit Regionen erstellt, die stark vom demografischen Wandel betroffen sind. Hier ein paar Grundzüge der Studie, die vollständig und mit Grafiken illustriert im Internet zu finden ist.
Nach einer langen Phase des Bevölkerungswachstums hat sich Deutschland seit 2003 auf den Weg des Schrumpfens begeben. Bis heute hat die Zahl der Einwohner um rund eine halbe Million abgenommen. Den Prognosen zufolge dürften sich die Verluste bis 2050 auf etwa acht Millionen summieren. Dieser Schwund wird mit größter Wahrscheinlichkeit zu Lasten jener Gebiete gehen, die schon länger von Abwanderung und Alterung betroffen sind. Sie liegen vorwiegend im Osten Deutschlands, betreffen aber auch klassische Industriestandorte wie das Saarland oder das Ruhrgebiet. Zu den Boomregionen mit einem Bevölkerungsgewinn von mehr as zehn Prozent werden nur wenige Kreise gehören: Sie liegen vor allem im Umland von Berlin und München. Diese Gebiete profitieren vom Zuzug vor allem junger Menschen.
Die von der Schrumpfung betroffenen Regionen brauchen, so die Forscher, einen radikal neuen Umgang mit den Problemen, denn gängige Rezepte und Investitionen „mit der Gießkanne“ griffen ins Leere, wie sich bisher zeigte. Gerade die Probleme ländlicher Abwanderungsregionen verweigern sich üblicher Strukturpolitik, denn sie sind durch wenig Nachwuchs und durch Abwanderung geprägt. Selbst Regionen der neuen Bundesländer, die sich derzeit demografisch stabilisieren, wie Leipzig, Dresden, Jena oder Erfurt, schaffen dies nur, indem sie Menschen aus ihrem eigenen Umland anlocken. Sie verschärfen somit das Problem der Schrumpfgebiete, ohne ihre eigenen Zukunftsaussichten grundlegend zu verändern. Weil mit herkömmlichen Mitteln in praktisch keinem Fördergebiet der letzten 20 Jahre eine demografische Trendwende eingeleitet werden konnte, plädiert das Berlin-Institut in seinem Gutachten für einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Schwundregionen – und präsentiert acht radikale Lösungsvorschläge.
Die Studie "Demografischer Wandel - Ein Politikvorschlag unter besonderer Berücksichtigung der Neuen Länder" finden Sie im Internet unter
 www.berlin-institut.org

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